Description
Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah kam es in nur wenigen künstlerischen Positionen zu einer Auseinandersetzung mit dem Erlebten und in nur wenigen Staaten wurde eine gesellschaftliche Aufarbeitung überhaupt angeregt. Vielfach überwogen Vergessen, Verdrängen oder reiner Konsumerismus. In den Jahren zwischen Kaltem Krieg, Vietnam-Krieg, Kuba-Krise und Wirtschaftswunder namen die Künstler Boris Lurie und Wolf Vostell eine zentrale Rolle ein: der erstere in einer Haltung der absoluten Negierung mit seiner No!Art und der zweite mit Happenings und Werken, die zudem die damals neuen Medien mit einbezogen. Die Publikation zeichnet mit acht Beiträgen diese Ära in der Kunst der Nachkriegsjahrzehnte bis in die 1990er Jahre nach und war Basis des gleichnamigen wissenschaftlichen Symposiums.
Inhalt
Vorbemerkungen
Beate Reifenscheid
Boris Lurie: Um im Angesicht des Negativen zu verweilen
Der Holocaust und das Problem der visuellen Repräsentation Peter Weibel
Die Lehren der Kriegskinder – Kontextbezogene Skulptur bei Boris Lurie und Wolf Vostell
Philipp N. John
„Versuchen Sie einen Menschenberg zu bilden wie in einem Massengrab“
Eckhart J. Gillen
Iconoclasmus
NO!art und Fluxus im Zeichen des Bildersturms Beate Reifenscheid
Mein Boris
Vom Sichtbaren, vom Vermutbaren, vom Spekulativen Boris Luries jüdische Wurzeln Rudij Bergmann
Art after the Ostblock: künstlerische Auseinandersetzung mit dem Trauma des Holocausts nach 1989 in Polen und Ungarn am Beispiel Niemals vergessen! von Lőrinc Borsos
Jan Elantkowski
Auswahl und Verschleierung: Gerhard Richter, Wolf Vostell und die Rolle massenmedialer Bildwelten für die westdeutsche Identitätskonstruktion
Bram Groenteman
Im Land der Täter. Jüdisches Leben in der jungen Bundesrepublik
Annemone Christians-Bernsee






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